Ehrenmedaille des Bezirks Oberfranken für Michael Genniges (AfD) – ein falsches Signal

Bamberg, Juni 2026 – Die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) Arbeitsgemeinschaft Bamberg protestiert ausdrücklich gegen die Verleihung der Ehrenmedaille in Silber des Bezirks Oberfranken an Michael Genniges.

Nicht die Person von gestern, sondern die von heute zählt

Eine Ehrenmedaille ist keine Auszeichnung für Vergangenes allein – sie ist ein öffentliches Zeichen der Wertschätzung für eine Persönlichkeit in ihrer Gesamtheit. Michael Genniges mag als Buchhändler und früherer DIG-Vorsitzender kulturelle Verdienste erworben haben. Doch Genniges hat sich von diesen Verdiensten politisch weit entfernt. Seit etwa 2018 hat er eine eindeutige Entwicklung nach Rechtsaußen vollzogen, die in seiner AfD-Mitgliedschaft und seinem Amt als AfD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag Bamberg gipfelte.

Was die Ehrung verschweigt

Der Bezirk Oberfranken ehrt Genniges unter anderem für sein Engagement gegen Antisemitismus. Das ist angesichts seiner heutigen Parteizugehörigkeit nicht nur widersprüchlich – es ist irreführend. Die DIG Bamberg hat aus genau diesem Grund 2021 die Konsequenzen gezogen: Nach dem Rücktritt des zweiten Vorsitzenden und weiterer Vorstandsmitglieder als Protest gegen Genniges‘ AfD-Funktionärstätigkeit hielt er, trotz eines Mitgliedervotums für eine ausserordentliche Mitgliederversammlung, dennoch satzungswidrig an seinem Amt fest. Erst auf der Mitgliederversammlung im Juli 2021 wurde er abgelöst. Der neu gewählte Vorstand machte unmissverständlich klar: Entsprechend der Magdeburger Erklärung des DIG-Bundesverbands ist für die DIG jede Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen.

Ein politisches Signal – ob gewollt oder nicht

Wer heute einen aktiven AfD-Politiker wie Michael Genniges öffentlich ehrt, normalisiert eine Partei, die Demokratie, Pluralismus und den Schutz von Minderheiten grundsätzlich in Frage stellt. Der Bezirkstag hätte wissen können und müssen, welches Signal er damit sendet.

Die DIG Bamberg fordert den Bezirk Oberfranken auf, solche Auszeichnungen künftig nicht allein an vergangene Verdienste zu knüpfen, sondern die gesamte politische Gegenwart der zu Ehrenden in den Blick zu nehmen.

Pressemitteilung zum Download (PDF)


Foto: Bezirk Oberfranken/Sabine Heid