
Ein Musterbeispiel demokratischer Zusammenarbeit: Antisemitische Acts vom Kontakt-Festival Bamberg ausgeladen
Die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) Bamberg begrüßt ausdrücklich die Entscheidung des Organisationsteams des Kontakt-Festivals, die geplanten Auftritte der Gruppe „Students for Palestine Würzburg“ sowie der Rapperin „Sorah“ abzusagen. Damit ist ein wichtiges Signal gegen Antisemitismus und Judenhass in der Bamberger Kulturszene gesetzt worden.

Die DIG Bamberg dankt allen demokratischen Kräften, die sich in den vergangenen Tagen entschieden gegen antisemitische Inhalte im Programm des Kontakt-Festivals eingesetzt haben. Durch den koordinierten Hinweis verschiedener Akteure auf die Problematik der geplanten Auftritte reagierten die DIG Würzburg, die DIG Bamberg, KIBA Bamberg, die liberale jüdische Gemeinde Mischkan HaTfila, die Universität, mehrere Sponsoren sowie der neu gewählte Stadtrat der Stadt Bamberg in vorbildlicher Weise und im gemeinsamen Verständnis. So wurde erreicht, dass Antisemitismus und Judenfeindlichkeit auf der Bühne des Festivals keinen Raum erhalten.
Gemeinsamer Erfolg vieler engagierter Akteure
Die DIG Bamberg wünscht sich ein buntes, weltoffenes Kontakt-Festival und nimmt den Ausschluss antiisraelischer Acts durch das Organisationsteam ausdrücklich positiv auf. Zugleich wird betont, dass die Arbeit der zahlreichen Ehrenamtlichen sehr geschätzt wird und sich die Kritik nie gegen das Festival als solches, sondern ausschließlich gegen antisemitische Inhalte gerichtet hat. Es bleibt ein gemeinsames Ziel, kulturelle Räume zu schaffen, in denen alle Menschen friedlich, unbesorgt und ohne Angst vor Judenhass feiern können.
Warum Antisemitismus klar benannt werden muss
Die aktuellen Vorgänge zeigen, wie wichtig es ist, Antisemitismus klar zu benennen und nicht zu relativieren. Allzu oft tarnt er sich als vermeintlich politische Kritik und entfaltet gerade dort seine toxische Wirkung, wo Menschen unvorbereitet sind. Die DIG Bamberg unterstreicht, dass der 7. Oktober 2023 drastisch vor Augen geführt hat, welche Konsequenzen eine Verharmlosung antisemitischer Hetze haben kann, und dass entsprechende Aussagen und Performances auf einem weltoffenen Festival keinen Platz haben.

Kulturfestival ja – Nahost-Debatte an anderer Stelle
Eine Auseinandersetzung mit dem Nahost-Konflikt kann in geeigneten Formaten sinnvoll und notwendig sein, jedoch nicht im Rahmen eines Festivals, das Menschen unterschiedlichster Herkunft und Überzeugung zusammenbringen möchte. Für eine derart aufgeheizte und polarisierte Thematik bietet ein Kulturfestival nicht den richtigen Rahmen, zumal hier der Schutz von Besucherinnen und Besuchern im Vordergrund stehen muss. Ziel muss es sein, unpolitische Begegnungsräume zu wahren, in denen Vielfalt, Kultur und Miteinander im Mittelpunkt stehen.
Dialogangebot für die Zeit nach dem Festival
Für die angekündigte Aufarbeitung der Geschehnisse rund um das diesjährige Kontakt-Festival steht die DIG Bamberg als Dialogpartner jederzeit zur Verfügung. Gemeinsam mit Stadt, Zivilgesellschaft, Sponsoren und Kulturschaffenden soll daran gearbeitet werden, das Festival langfristig als sicheren, inklusiven Ort frei von Antisemitismus und Judenhass zu sichern.
Jochen Lupprian
Stellvertretender Vorsitzender, DIG Bamberg
